Mensch und Tiersuche            ...die Hundeschule für alle Felle 


artgerecht, individuell, naturnah

        

    Rundumhund       

 

 

Hier dreht es sich um Themen, die keiner speziellen Rubrik zuzuordnen sind, kleine Tipps, aktuelle Themen  - also alles "rund um Hund".

Viel Spaß!   

 Warum kein Leckerchen...???

 

Wir hatten heute wiederholt eine Situation, in der ich so ein klein wenig an meine Grenzen gestoßen bin.
Es ging um das leidige Thema "mit oder ohne Hundekekse".

Ein Paar, ein junger Hund.
Während die Hundehalterin bereit war, meine Ratschläge zu befolgen, fiel es deren Gatte sichtlich schwer, sich von mir Klugscheißer was sagen zu lassen.
Erst recht, als ich auch noch mit dem Futterbeutel ankam.
Immerhin hat es bei all den anderen, vorherigen Hunden auch ohne diese Zugabe gereicht, um sie zu "erziehen".

 

Übrigens sind es meistens Männer, die es ablehnen, ein erwünschtes Verhalten ihres Hundes mit Leckerchen zu üben, zu formen oder zu belohnen - ohne diskriminierend sein zu wollen. Sind nur meine bisherigen Erfahrungen.

Zurück zum Thema.
Das eigentliche Problem dabei ist, dass die HH eine Hundeschule besuchen, weil sich entweder bereits Probleme eingeschlichen haben oder weil sie nichts falsch machen wollen.
Meistens ist es ersteres.

 

Bsp: Hund wird gerufen, stürmt freudig und direkt auf den Halter zu.....aber leider auch direkt an ihm vorbei. Dreht noch galoppierend seine Runde und liegt beim dritten, gebrülltem Zuruf einen Meter neben dem HH im Platz. HH geht zum Hund, lobt verbal, tätschelt ihm über den Kopf, Hund steht auf, tobt wieder von dannen.

Hund mag übrigens super gerne Futterbelohnungen.
Also zeige ich dem HH alternativ eine andere Möglichkeit, bei der der Hund direkt vor mir stoppt, sich sogar freudig hinsetzt und auf mein Auflösesignal wartet.
Das alles mit Hilfe eines kleinen Wurstbröckchen, binnen weniger Minuten.
Er hat mir sofort erwünschtes Verhalten gezeigt, weil er diese Form der Belohnung mag und ich ihm mit entsprechendem Management kaum Zeit gelassen habe, falsches Verhalten zu zeigen.

 

Wo liegt hier der Unterschied?
Im letzten Satz natürlich. Während zuvor drauf gehofft wurde, dass der Hund auch so (durch brüllen und gestikulieren) versteht, was sein Mensch von ihm erwartet, habe ich mir einfach zunutze gemacht, was den Hund wirklich anspricht, wie ich ihn dafür interessiere, dass er mit mir kooperiert und wie ich es ihm ermögliche, schnell zu lernen, statt zu raten.

 

Was spricht dagegen Futter im Training einzusetzen, erst recht, wenn ich einen Hund habe, der es gerne nimmt? Es erleichtert mir doch ganz offensichtlich die Arbeit. Klar muss ich nicht immer mit Futter belohnen, aber gerade in der Lernphase finde ich es effektiv und praktisch.

Ich weiß nicht, warum sich einige HH so sehr dagegen wehren und der Meinung sind, dass der Hund ihnen jeden Wunsch von den Augen ablesen kann. Manche begründen es auch damit, dass sie der Chef sein müssen.

Aber Hunde wollen keinen "Chef" und sie selbst wollen ihren Menschen auch nicht dominieren und Wünsche erraten wollen sie auch nicht!
Das sind inzwischen veraltete Weisheiten aus einer Zeit, in der man noch nicht viel über das Lernverhalten bei Hunden wusste.
Vielmehr wünschen sie sich einen HH, der klar kommunizieren kann.

 

Ich erinnere mich noch an unsere Dorfhunde aus meiner Kindheit. Klar haben die gehört, ganz ohne Keks, aber wehe dem, es war etwas interessantes in der Nähe oder sie hatten einen guten Duft in der Nase. Dann waren sie nämlich weg und wir waren Luft für sie.
Oder wieviele aggressive Hunde vegetierten einst auf Höfen und Zwingern vor sich hin? Die Gründe für für ihre Aggressionen brauche ich sicher nicht aufzählen.

 

Mir ist klar, dass dieses Thema auch in der Trainerszene ein leidiges Streitthema ist. Die einen schwören auf das Hilfsmittel Futterbelohnung, die anderen verpönen es.


Natürlich gibt es viele Wege, die nach Rom führen.
Ich persönlich wähle den einfachsten und für den Hund fairsten Weg.
Ich möchte nicht mit körperlich betonten Blockaden arbeiten, um meinen Hund in die Schranken zu weisen.


Nein, ich arbeite nicht ausschließlich über Futterbelohnung. Aber in der Lernphase kann ich damit Verhalten formen und verstärken, ohne den Hund einzuschränken oder evtl Fehler zu provozieren.
In einigen Bereichen schleiche ich die Futterbelohnungen wieder aus oder reiche sie nach dem Zufallsprinzip. Bei manchen Themen wie der Rückruf erfolgt immer eine Belohnung, aber auch hier variiere ich mit verschiedenen Belohnungen, die ganz sicher nicht nur mit Hundekeksen einhergehen.

 

Egal, was ihr gerade mit eurem Hund beginnt zu üben, sei es die Leinenführigkeit, das Sitz auf Signal oder den Rückruf - probiert es mal mit und mal ohne Leckerchen aus.

 

Natürlich muss trotzdem auf die Details geachtet werden, sonst kann es auch mit Keks passieren, dass ihr ausversehen ein unerwünschtes Verhalten stärkt.

Wichtig ist, dass man erstmal und generell dazu bereit ist, alte Ansichten zu überdenken, um für neues offen zu sein.


Klar gibt es immer wieder mal einzelne Hunde, bei denen man wirklich nur dreimal mit den Wimpern klimpern braucht und schon wissen sie, was gewollt ist.
Das sind leider nur sehr wenige Ausnahmen, die man an einer Hand abzählen kann.

Natürlich gibt es auch Hunde, die sich weniger aus Hundekeksen machen. Das liegt aber oft in anderen Bereichen begründet, die jetzt den Zeitrahmen sprengen würden, wenn ich darauf genauer eingehe.

 

Ganz sicher ist auch, dass ich meine Hunde nicht immer mit Samthandschuhen anfassen kann, weil es manchmal situativ nicht machbar ist (z.B. Wege, die nicht überschaubar sind...., ich bin grad mit mehreren Hunden unterwegs. Dann passiert es durchaus auch mal, dass ich sie hinter mir laufen lasse und sie somit einschränken muss, wenn ich kaum Zeit habe, alle Hunde binnen weniger Sekunden anzuleinen.)

 

In erster Linie möchte ich gerne die HH ansprechen, die es generell ablehnen, auf diese Art und Weise, also mittels Futterbelohnung, mit ihrem Hund gemeinsam neue Herausforderungen zu erarbeiten.

 

Übrigens unterscheidet man bei der Gabe von Leckerchen zwischen Bestechung und anschließender Belohnung. Ihr könnt euch sicher denken, worauf ich hinaus will.
Beim anfänglichen Training ist es tatsächlich so, dass wir mit "Bestechung" arbeiten. Vorallem beim formen mancher Signale. Man kann es auch "locken" nennen, um dem Hund das Erlernen bestimmter Aufgaben/Übungen zu erleichtern.
Habe ich den Keks im Vorfeld bereits in der Hand, stelle ich dem Hund die Belohnung offensichtlich in Aussicht.

Bei der anschließenden Belohnung lobe ich zunächst mit Markersignal und krame erst danach den Keks aus der Tasche.
Hier wird verbal gelobt oder bewusst ein Brückensignal genutzt.


Ja ihr merkt schon, auch mit Futterbelohnung kann Training sehr unterschiedlich erfolgen und interessant sein.
Das hat nichts mit "einfach einen Keks ins Maul schieben" zu tun.
In diesem Fall muss vorallem das Timing stimmen, sonst macht selbst das Training mit Futter wenig Sinn und frustriert den HH ziemlich schnell.

 

Ein Veto gibt es trotzdem, was mir häufig auffällt. Nämlich Hunde, die sich ihren Keks abholen und sich sofort wieder anderen, interessanten Dingen widmen.
Aber auch das ist reine Trainingssache.
Löst man alle zuvor gegebenen Signale von Anfang an auf, kann sowas nicht passieren.
Das hat etwas mit klarer Kommunikation und dem richtigen Einsatz entsprechender Belohnungen zu tun. Vll schreibe ich zu diesem Thema mal einen kleinen Blog, weil ich solche "Kleinigkeiten" sehr wichtig im Umgang und in der Erziehung unseres Hundes finde.

 

Ich wünsche euch für euer zukünftiges Training ganz viele neue, positive Erfahrungen und vorallem Spaß und entsprechendes Feedback eurer Hunde.

 

Herzliche Grüße,
Claudia Stieger.

Problemverhalten, was nun....?

Wir haben heute einen super schönen und entspannten Tag hinter uns, mit viel Ruhe und Zeit zum Nachdenken.

Dabei bin ich ein wenig in mich gegangen und habe über meine Arbeitsweise nachgedacht, besonders über die Arbeit mit bestimmten "Problemverhalten" mancher Hunde.


Wenn ich mir die Sorgen mancher HH anhöre, fällt mir ziemlich schnell auf, dass ihr eigentliches Problem oft an ganz anderer Stelle liegt, als mir von ihnen beschrieben wird.


Ganz, ganz oft sind es viele, kleine Details und Baustellen, die sich letztendlich zu einer Großen formen, was leider schnell übersehen wird.

 

Zunächst treffen wir uns anfangs zu einer Kennenlernstunde, in der ich viele Fragen stelle, meistens über den Alltag und den gesamten Umgang mit dem Hund.
Ich frage, ob es irgendwelche Veränderungen gab oder wie lange er sich "so" verhält.
Anschließend lasse ich mir bestimmte Übungen zeigen, während ich das Team beobachte, insbesondere liegt mein Augenmerk auf der Körpersprache des Hundes. 


An dieser Stelle wird manchmal ganz schnell deutlich, dass der Hund in seinem Tun völlig missverstanden wird.
Hektisch wird ein Sitz, Fuß oder Hier gerufen, meistens sogar aufeinander folgend, was den Hund immer nervöser werden lässt, erst recht, wenn er solche Übungen in Situationen zeigen soll, die mir vorher als problematisch beschrieben wurden.
Dem Hund wird somit kaum Möglichkeit geboten, angemessen zu reagieren, erst recht nicht, wenn es für ihn eine Situation ist, die er gerne abwägen würde und somit bringen wir ihn durch unser chaotisches Handeln - und übrigens nicht selten durch eigene Unsicherheit - in eine Stresssituation, die er gar nicht mehr auf "hündische" Weise bewältigen kann. Er lernt einfach nicht, was er statt seiner Reaktion sonst tun könnte.


Häufig hat der Hund bereits eine gute Strategie  entwickelt, mit der er gut klar zu kommen scheint.

Hier setze ich auf das Verändern der Emotionen an, aber auch auf langsames, kleinschrittiges Training, dem entsprechendem Hund angepasst. 


Natürlich muss ich gleichzeitig dem HH versuchen Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln, was ehrlich gesagt oftmals schwieriger scheint, als das Training mit dem Hund selbst.
Ohne entsprechende Vorgehensweise und Verständnis seitens des HH wird mein Plan nicht aufgehen.

 

Oft ist es aber auch so, dass ich vorher einige Dinge im Alltag mit dem Hund ändern muss.
Manchmal stellt sich nämlich heraus, dass sich bereits im häuslichen Umfeld das eine oder andere Problemchen eingeschlichen hat.


Das kann z.B. von der Haustür bis zu den Streicheleinheiten/Aufmerksamkeit gehen.
Ein Hund, der draußen ein Thema mit der Leinenführigkeit hat, ständig schnüffelt oder immer nur im Vollgasmodus ist, muss nicht unbedingt ungehorsam, jagdlich ambitioniert oder hippelig sein.

 

Dies zu erkennen und an einer Lösung zu arbeiten, ist meine Aufgabe.

Die angebotenen Lösungsansätze umzusetzen, ist Aufgabe des HH.

 

Am Besten sind dafür individuelle Einzelstunden angebracht, da wir in den Gruppenkursen wiederholt an Themen arbeiten, die uns insgesamt den Alltag mit unserem Hund erleichtern sollen und die Ablenkung außerdem viel zu hoch wäre, um ein einzelnes Problem erarbeiten zu können.

 

Mein Ratschlag bei einem Verhalten eures Hundes, was euch vielleicht manchmal verzweifeln lässt: beobachtet euren Hund ganz genau....

In welcher Situation verhält er sich wie?
Wie sieht seine Körpersprache aus?
Achtet auch auf seinen Gang.
Fallen euch im Umgang mit eurem Hund zu Hause Dinge auf, die ihr euch anders vorgestellt habt?
Ist er in Situationen, die ihr mir als Problem schildert, ansprechbar u.s.w.?

Das wichtigste aber: ist er gesundheitlich fit?

Es kommt oft vor, dass bestimmte Verhaltensweisen ihre Ursachen im Unwohlsein des Hundes haben b.z.w. in seiner Gesundheit begründet liegen. Sehr auffällig ist sowas bei unerwarteten und plötzlichen Verhaltensveränderungen.
Klärt das mit eurem Tierarzt ab und unterschätzt es b.z.w. ignoriert es nicht!

Anderenfalls stehe ich euch gerne mit Rat und Tat zur Seite.


Bis dahin - immer schön locker und entspannt bleiben.
Ein schönes Wochenende 😊

Herzliche Grüße, Claudia Stieger.

 

Der leidige Rückruf...

 

Da steht ihr nun ganz alleine in Feld und Flur, den sich immer weiter entfernendem Pünktchen am Horizont nachschauend.
Die Verzweiflung steht euch im Gesicht geschrieben, aus eurem Mund kommt nur noch ein krächzendes "Bello, hiiiiieeeer her".


Kommt das einigen von euch bekannt vor?

Glaubt mir, selbst ich kenne mich mit diesem Gefühl der Verzweiflung und Enttäuschung bestens aus.
Inzwischen bin ich auch nicht mehr ganz so verträumt, indem ich die HH bewundere, bei deren Hund es in ALLEN Situationen mit dem RR zu klappen scheint.


Nee, ich bin sogar so realistisch, dass ich behaupte dass es Hunde gibt, denen jagen oder entgegen kommende Artgenossen wichtiger sind, als ich - sein menschlicher Kumpel.

 

Trotzdem gibt es einiges, was wir tun können, um den Rückruf sicherer zu machen.

Zum einen arbeite ich beim RR IMMER mit Belohnung (jeglicher Form). 


Wie die Belohnung aussieht, müsst ihr selbst heraus finden: das entscheidet nämlich euer Hund, was er als Belohnung empfindet und das kann Situationsbedingt unterschiedlich sein.


Ihr merkt schon, hier sind Kreativität und Management gefragt, denn Belohnung hat nicht nur was mit Leckerchengabe zu tun!

 

Desweiteren achte ich auf meine Tonlage.
Ein RR, der sehr barsch ausgesprochen wird, kann den Hund unter Umständen davon abhalten, gerne zu mir zu kommen.
Gerade dann, wenn wir unseren Hund aus einem bestimmten Grund zu uns rufen müssen, klingen wir häufig anders: hektischer, lauter, strenger als im Normalfall.
Deshalb nutze ich gerne eine Hundepfeife, weil sie immer gleichbleibend klingt und auch den Vorteil hat, in größerer Distanz vom Hund wahrgenommen zu werden. Außerdem kann man mit ihr ggf den "doppelten RR" üben, der ebenfalls sehr hilfreich bei Hunden sein kann, die nicht gerne sofort zurück kommen möchten.

 

Ein nächster, für mich sehr wichtiger Trainingsschritt ist das zurück rufen ohne ersichtlichen Grund.
Leider vernachlässigen wir diese Übung ziemlich schnell und rufen den Hund meistens nur dann, wenn es einen bestimmten Anlass dafür gibt.


Beobachtet mal eure Hunde und ihr werdet feststellen, dass viele Hunde sich genau aus dem genannten Grund erstmal umdrehen und die Gegend scannen.
Ebenso verhält es sich mit dem kurzfristigen Anleinen, ohne dass es unbedingt sein muss.

Eigentlich alles nur Kleinigkeiten, aber sehr wichtig für einen erfolgreichen RR.


Wir arbeiten übrigens viel mit dem Premackverstärker, der zusätzlich den RR sicherer macht. Das heißt: Hund bekommt was er will..., in Zusammenarbeit mit mir.
Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass euer Hund super gerne zu euch auf Zuruf kommt.

 

Am wichtigsten ist jedoch die Ansprechbarkeit meines Hundes während des Spaziergangs.
Ist die Distanz zu groß, läuft man Gefahr, dass mein RR vom Hund bei zu großen Reizen nicht mehr wahrgenommen wird.
Deshalb sollte man zunächst am Radius arbeiten, an der Aufmerksamkeit des Hundes und ggf zunächst mit Schleppleinentraining in ablenkungsarmer Umgebung beginnen.

 

Für manche Hunde kann ein Abbruchsignal wie z.B. "Sitz auf Entfernung" zusätzlich Sinn machen.


Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass ein schnelles hinsetzen in brenzligen Situationen sicherer ausgeführt wird, als das "lästige" zurück kommen.

 

Herzliche Grüße,

Claudia Stieger.

 


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Gassi - Service inklusive Hundeerziehung

Sie kommen in Sachen Hundeerziehung einfach nicht weiter, obwohl Sie bereits Zeit und Geld investiert haben?

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Ich arbeite ausschließlich über positive Verstärkung und trainiere keinen Kadavergehorsam, sondern für den ganz normalen Alltag mit Ihrem Hund.

Schauen Sie unter der Rubrik  Dogwalking/Betreuung und kontaktieren Sie mich bei Interesse.

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Über die Grenzen in der Hundeerziehung

Sicher werden bei der Bezeichnung des Titels einige "Hundefachleute" schmunzeln.

Tatsächlich gibt es Menschen, die das Gegenteil behaupten und vielleicht haben sie sogar ein bisschen recht, insofern sie mit Hilfsmittel arbeiten, die Tierschutzrelevant sind.

 

Ich persönlich habe andere Erfahrungen gemacht und es ist noch garnicht so lange her, als mir mein eigener Hund nach über sieben Jahren die Grenze gezeigt hat.

Was habe ich mich mit meinem Stöberhund abgemüht, seine instinktiven Jagdgelüste  im Rahmen des möglichen und gesetzlich erlaubten zu halten.

Zwei Jahre hat es gedauert, bis sich Erek auf Pfiff in Distanz und bei vorbei laufendem Wild hingesetzt hat.

 

Doch vor ein paar Tagen habe ich nicht gut aufgepasst und mein Hund sprang ein paar Enten in einem kleinen See nach.

Plötzlich war es, als habe er seinen Schalter umgelegt. Er reagierte weder auf Pfeifen, noch auf mein Rufen. So schwamm er eine dreiviertel Stunde quer durch den See und ich war verzweifelt von A nach B gejoggt, aus Angst, ihn aus dem Auge zu verlieren oder das er seine Kräfte überschätzt und in seinem Adrenalinwahn nicht merkt, wie er allmählich ertrinkt.

Meine Emotionen waren in diesem Augenblick auf 180 und ich war mehr als wütend....., weil ICH versagt hatte.

Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert und alles ist nochmal gut ausgegangen.

 

Aber im Nachhinein habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, wie ich solch ein Problem hätte lösen können.

Mir fällt nichts ein, außer besser aufzupassen.

Er war im Wasser - für mich nicht greifbar. Ich hätte ihn also auch nicht strafen können und rückwirkend wär es sinnlos gewesen, weil ich nicht Punktgenau strafen konnte. Selbst wenn hätte die Strafe so stark sein müssen, dass sie nachhaltig wirkt und das entscheidet letztendlich der Hund, wie er was empfindet.

 

Beispiele wie dieses gibt es ausreichend und ich bin zu der ehrlichen Auffassung gekommen, dass Hundeerziehung durchaus seine Grenzen hat.

 

Natürlich kann man mit gezieltem Training und Management einiges erreichen und bewirken, bei den einem Hund mehr, bei dem anderen weniger.

 

Einen leidenschaftlichen Jagdhund z. B. Langeweile vorzuwerfen b.z.w.  mit dieser Aussage die Kompetenz des Halters in Frage zu stellen, zeugt aus meiner Sicht von Arroganz und Unwissen.

 

Selbstverständlich jagt nicht jeder Hund aus Leidenschaft - bei derartigen Hundetypen kann man tatsächlich viel durch Training und Übung erreichen.

Man sollte durchaus differenzieren und ehrlich sein, wenn es Hunde mit bestimmten Problemen gibt, die vielleicht nur im Ansatz ins Gegenteil zu verkehren sind.

Sei es ein Hund, der jagen geht, weil er Jahrelang dafür gezüchtet wurde oder in einem anderen Land selbstständig um sein Leben kämpfen musste oder ein Hund, der einfach keine Lust auf Artgenossen hat und gerne in Ruhe gelassen werden möchte, sein Mensch es vielleicht nicht begreifen kann und dieser Hund deshalb anderweitig reagieren muss oder, oder, oder....

 

Erst kürzlich war ich bei einer sehr netten Familie zu Besuch, die sich wahnsinnig toll um ihren Vierbeiner bemüht haben und auch weiterhin bemühen wollen. Sie haben ein riesengroßes Problem mit ihrem Hund, welches wahrscheinlich niemals komplett therapierbar sein wird.

Aufgeben wollen sie nicht, aber sie gestehen sich ein, dass sie sich mit dem Problem arrangieren müssen.

Ich konnte ihnen bei zumindest diesen einem Problem leider auch nicht weiterhelfen, aber ich ziehe den Hut vor ihnen, weil sie die Flinte nicht ins Korn werfen - wohlwissend, dass ihr Hund in einem Bereich anders tickt, als z.B. Nachbarshund b.z.w. Hunde allgemein.

 

Was ich damit sagen will: wenn ein Fehlverhalten unüberwindbar scheint, dann erinnere ich mich einfach an die positiven Dinge, die mir mein Hund täglich beschert und ich erinnere mich daran, dass ich es mit keiner Maschine zu tun habe, die einfach neu eingestellt oder repariert werden kann.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich mit Gewalt oftmals das Gegenteil erreiche - was für mich persönlich sowieso nicht in Frage kommt!

 

Übrigens provozieren wir Hundehalter nicht selten auch selbst Probleme in der Erziehung unserer Hunde.

Ein Beispiel dazu: ich habe einen Hund, der sehr gerne mit Artgenossen tobt und spielt und aus diesem Grund lass ich meinen Hund bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu anderen Hunden -  ob mit oder ohne Leine.

Nicht selten steht nach einigen Monaten genau aus diesem Grund ein Besuch in der Hundeschule an, weil der Halter seinen Hund bei Hundebegegnungen kaum noch bändigen kann.

Einerseits ist es natürlich schön einen freundlichen Vierbeiner zu haben, der andere Hunde gerne mag. Andererseits laufe ich Gefahr, dass meine Fellnase bei Sichtung seiner Artgenossen meinen Rückruf ignoriert und wahllos zu jedem Hund stürmt, was durchaus auch unfreundlich enden kann.

Auch das zählt zu einer Grenze in der Hundeerziehung. In diesem Fall sollte ich eine Entscheidung treffen oder mit entsprechendem Training dosiert managen.

 

Mein persönliches Fazit lautet deshalb, dass vieles machbar ist, aber eben nicht absolut alles.

Glaubt mir - auch mit kleinen Fehlern und Makel lässt es sich ganz gut leben und es lohnt sich, all die anderen, positiven Eigenschaften unserer Hunde zu bewerten, als ständig auf den kleinen Macken rumzureiten.

Nobody ist perfect !!!

 

 

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Sind unsere Erwartungshaltungen an unsere Hunde wirklich noch realistisch?

Gestern habe ich mir ein Video einer anderen Trainerin angeschaut, welches mir aus der Seele gesprochen hat.

Vor geraumer Zeit hatte ich das Thema bereits angesprochen. Es geht um die Erwartungen an unsere Hunde....

 

Wenn ein Hundefreund meine Hundeschule besucht, sind meine ersten, an ihn gerichteten Worte immer die Gleichen:

" In 1. Linie ist ihr Hund ein Tier, genau genommen ein Raubtier. Dann folgt der Hund, die Rasse und zum Schluss der individuelle Max, Bello etc."

 

Oft bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich verstanden wurde. Erst recht nicht, wenn mit Worten "der Hund wird als kinderlieb beschrieben" argumentiert wird.

In diesem Satz allein steckt schon soviel Erwartung an den Hund, dass mir um ihn bange wird, sollte er sich doch anders entwickeln...., wenn er z.B. Kinder als stressig empfindet.

 

Gehen wir mal ein paar Dinge durch, was wir so alles von unserem Vierbeiner erwarten.

 

Von einem Jahrelang selektierten Jagdhund wird in Nichtjägerhände erwartet, dass er nicht jagen geht und daran wird bis zur Erschöpfung trainiert. 


Von einem triebstarken Hund, dessen Aufgabe ursprünglich im Beschützen lag, wird erwartet, dass er sich unauffällig verhält und zu allen und jedem freundlich ist.


Der kleine Jack Russell wurde als unerschrockener Hund gezüchtet, der sich durchzusetzen weiß. Heute sehen wir sie hauptsächlich in Familien älterer Menschen, meistens völlig unter-/überfordert und durchgeknallt.

 

Weiter geht es mit den Erwartungen, dass unser Hund vernünftig an der Leine läuft, sich mit jedem Artgenossen zu verstehen hat, bei Außenreizen sofort zurück zu uns kommt u.s.w.

 

Ja, ich setze noch einen obendrauf: mein Hund geht nach viel Training relativ gut an lockerer Leine und das zu 90 % unseres Spaziergangs. Aber dann hat er die Spur einer gut riechenden Hündin in die Nase bekommen und beginnt hier und da mal zu schnüffeln.
Prompt sehen wir das als Fehlverhalten an und es wird weiter trainiert, solange bis der Hund nur noch Augen für mich hat, seinen Blick nicht mehr von mir abwendet
(überspitzt ausgedrückt).


Oder mein Hund hat gelernt mit etwas Abstand an Artgenossen ohne Murren vorbei zu laufen.
Aber das reicht dem ehrgeizigen HH nicht. Der Abstand an passierende, fremde Hunde muss unbedingt minimiert werden. Erst dann fühlen wir uns gut ...

 

Über solche Dinge kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.
Am Liebsten sind mir die HH, die sich einen Hund wünschen, der ihnen jeden Wunsch von den Augen ablesen kann.....

 

Natürlich leben wir in einer Welt mit Gesetzen und Vorschriften und haben die Verantwortung für unser Tier.

Natürlich sind unsere Hunde anpassungsfähig und trainierbar.
Natürlich will jeder einen alltagstauglichen Hund.

 

Aber ganz ehrlich: übertreiben wir nicht manchmal ein bisschen und zwar auf Kosten unserer Tiere....

 

 

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